Rückblick 1: Am 3. Juni 1976 öffnete die Freiberger Stadtbibliothek das erste Mal ihre Türen für ihr Publikum mitten im neugeschaffenen Zentrum der Stadt. 50 Jahre Bibliotheksgeschichte werden wir im Laufe der nächsten Wochen Stück für Stück beleuchten, hier in den Freiberger Nachrichten und auf der Website der Stadtbibliothek: www.stadtbibliothek-freiberg.de.
Beginnen wollen wir mit einem Blick in die Zeit vor 1976: Gab es schon davor Büchereien in Freiberg a.N.? Ja, und zwar gleich drei Stück davon, in jedem Ortsteil eine. In Heutingsheim und Geisingen war diese in der Schule untergebracht und drei Stunden in der Woche geöffnet. Die Bücherei in Geisingen sogar schon seit 1959. Die größte Bücherei gab es damals im Alten Schloss von Beihingen, diese war seit 1968 jeweils 4 Stunden in der Woche geöffnet und sehr beliebt. Rektor i.R. Gürtler kümmerte sich um Bestand und Ausleihe, so auch um die „Zugangs- und Abgangsliste“, in die jedes Buch handschriftlich inventarisiert wurde. Mit diesen Listen arbeitete die ersten Jahre auch die neu gegründete Stadtbibliothek.

Bibliothek im Beihinger Schloss ———————————–
Rückblick 2: Mitten im Zentrum startete die Stadtbibliothek im Juni 1976 fürs Publikum mit insgesamt 8 Öffnungsstunden an drei Tagen die Woche. Nach außen öffneten sich die Türen für alle Freiberger Bürger, nach innen ging jeweils eine Tür ins Lehrerzimmer und in den Schulbereich der Oscar-Paret-Schule. Gleich von Anfang an nahmen die Freiberger das Angebot der Bibliothek sehr gut an: Die Schüler leihten schulunterstützende Bücher aus, arbeiten mit dem Bestand vor Ort; Bücher zum entspannten Lesen in der Freizeit waren ebenso beliebt. Von Anfang an waren Bilderbücher für die ganz Kleinen bei den Eltern der Ausleihrenner.
Schnell zeigte sich jedoch: Der Platz in der Bibliothek reichte nicht aus, weder für die vielen Besucher noch für die Bücher selbst. Die Regale konnten keine neuen Bücher mehr aufnehmen und die Schüler fanden nicht ausreichend Sitz- und Arbeitsplätze. Die Kinderwägen blockierten Wege. Auch die Veranstaltungen konnten nicht drinnen stattfinden, sie waren auf gutes Wetter angewiesen, denn sie fanden draußen vor der Bibliothek statt. Wenn es nicht regnete, kamen die Besucher zahlreich zu den Aktionen. Vor der Bibliothekstür war damals viel Platz, denn die Niedrigbebauung vor der Bibliothek existierte zu dem Zeitraum noch nicht.
Bereits sieben Jahre später, 1983, bekam die Bibliothek zwei Klassenzimmer der OPS zu ihren Räumlichkeiten dazu. Jetzt war Platz genug: für Besucher, Bücher und auch Veranstaltungen. Jedes Jahr meldeten sich hunderte von neuen Lesern an, schon im ersten Jahr ließen sich 1288 Bürger einen Bibliotheksausweis ausstellen. Die Nachfrage nach Büchern steigerte sich, die Ausleihen wuchsen jährlich und die Öffnungszeiten erweiterten sich nach und nach auf 20 Stunden die Woche. Es zeigte sich schon in den ersten Jahren: Die Freiberger Stadtbibliothek ist ein wichtiger Bestandteil des Ortszentrums.

Kleiner Platz gut belegt——————————-
Rückblick 3: Die Schaltzentrale der frisch geschaffenen Bibliothek war die Theke: orange-weiß und mit einem großen Fach versehen, in das Buchkarten einsortiert wurden. Alle Bücher hatten hinten im Buch eine zugehörige Buchkarte. Lieh ein Leser ein Buch aus, so wurde die Karte entnommen und handschriftlich die Lesernummer eingetragen.

Handschriftliche Einträge der Lesernummern ———————-
Damit man wusste, wann das Buch wieder abgegeben werden sollte, stempelte das Bibliothekspersonal das jeweilige Abgabedatum auf den Fristzettel jedes ausgeliehenen Buches. Die Buchkarten aller ausgeliehenen Medien wurden tagsüber gesammelt und schließlich nach Nummer sortiert und unter dem Abgabedatum abgelegt.

Ganz viel muss sortiert werden, Leserkarten, Buchkarten, Katalogkarten ————————-
Damit man wusste, welche Bücher die Bibliothek hatte, gab es einen großen Zettelkasten, in dem Karteikarten einsortiert waren. Eine Karte war alphabetisch nach dem Autor einsortiert, die zweite nach dem Titel des Buches und die dritte zeigte mit dem Schlagwort das Thema an.

Karteikarten gab es zu jedem Titel mehrfach: Autorenkarte, Titelkarte, … ———————–
Das Bibliothekspersonal verbrachte viel Zeit damit, Ausweise für die Leser mit der Schreibmaschine zu schreiben, Katalogkarten und Buchkarten zu erstellen und dieses alles täglich stundenlang zu sortieren. Anfangs ging das noch, aber die Ausleihe und somit der Buchkartenstapel wuchs in kurzer Zeit so rasant, dass 1993 mit der Umstellung des Bibliothekssystems auf EDV begonnen wurde. Alle Leser- und Katalogdaten wurden innerhalb von zwei Jahren in den Computer eingegeben, die Bücher selbst mit einer Mediennummer versehen. Bei der Umstellung half damals ein Oberstufenschüler.
In diesem Zuge wurden auch gleich die Romane nicht mehr von A-Z nach dem Autor, sondern nach Interessenskreisen aufgestellt. So fand man nun einen Thriller im Thriller-Regal, einen Liebesroman im Regal „Liebe“. Das half den Lesern, ihr Genre schnell zu finden. Die Romanausleihe stieg innerhalb von einem Jahr auf fast das Doppelte.
Rückblick 4: Bibliothek, das heißt übersetzt „Ort der Bücher“. Bücher sind und waren schon immer Schwerpunkt von Bibliotheken, sie dienen der Lese- und Literaturförderung, der Wissensversorgung und Freizeitgestaltung. Sie unterstützen beim Bildungserwerb und durch den freien, kostengünstigen Zugriff bei der Chancengleichheit. Seit vielen Jahren müssten Bibliotheken eigentlich Mediatheken heißen, denn es gibt hier viele andere Medien. In Freiberg am Neckar haben beispielsweise 1977, also bereits ein Jahr nach der Eröffnung der Bibliothek, Gesellschaftsspiele ihren Platz im Regal gefunden. Diese waren sofort beliebt und stark nachgefragt, auch heute noch gehören sie zu den Ausleihrennern. Nehmen sie doch zu Hause viel Platz weg und hat man gerne Abwechslung nicht nur in der Lektüre, sondern auch beim Spielen.
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Gesellschaftsspiele, von Anfang an ein beliebtes Medium———————————————–
1985 kamen Kassetten hinzu, 1992 ein CD-Bestand mit Jazz und Klassik, 1998 CD Rom mit Lernspielen für Kinder. Im Jahr 2000 kamen 400 Videokassetten für Kinder hinzu und der Zeitschriftenbestand umfasste 65 Abonnements. Medien sind im Umbruch, die Kassetten wurden durch CDs und DVDs ersetzt, hinzu kamen im Laufe der nächsten Jahre ein Internetanschluss, Blue-Rays, Konsolenspiele für Kinder und schließlich der absolute Ausleihrenner: die Tonies. Dieses Medium in Form von bunten Figuren begeistert Kinder und ergänzt das Kinder-CD-Angebot. Mehr als 1500 Tonies finden sich heute in der Freiberger Stadtbibliothek, jeder einzelne wird im Durchschnitt zwölf Mal ausgeliehen im Jahr.

Tonies, der absolute Ausleihrenner ————————————
Auch die Onleihe, die im Verbund mit 30 anderen Bibliotheken im Landkreis Ludwigsburg ePaper, eMagazine, eBooks und eAudios anbietet, wird gerne angenommen. Das neueste Medium im Bestand ist die „Bibliothek der Dinge“, die vielfältig Dinge umfasst, die man sich gut teilen kann, weil man sie nicht permanent zu Hause braucht, oder aus Platz- und Kostengründen auch nicht haben will. Hier finden sich Nachtsichtgeräte, Jongliersets, Flip-Kicks, Mikroskop, Smart-Train, Lernroboter und vieles mehr.

Abgegebene Spiele, bereit zum Zählen auf Vollständigkeit —————————————
Eine Bibliothek ist ein Ort des permanenten Wandels, angepasst an die gesellschaftlichen Veränderungen, an den Wechsel im Medienangebot. Ihre Aufgabe ist nicht nur, diese bereitzustellen, sondern auch Medienkompetenz zu vermitteln. So bleibt gespannt zu warten, was sich noch an Medienvielfalt entwickeln wird, auf das, was die Freiberger Stadtbibliothek in Zukunft anbieten wird. Eines ist jedoch sicher: Das Kulturgut des Buches wird ein wichtiger Bestandteil jeder Bibliothek bleiben.
Rückblick 5: Vorlesen und Bibliotheken, diese beiden haben vielfältige Verbindungen. In Kindergartenaktionen, Klassenführungen und beim Besuch der VKL-Klassen wird in der Bibliothek vorgelesen. Tradition hatte es auch bei der beliebten Veranstaltungsreihe „Vorlesen und Basteln“, die bis Corona Kinder von 5 bis 7 Jahren in die Bibliothek zog. Ein paar Jahre gab es sogar eine Vorleseaktion für Kinder von 8 bis 11 Jahren, denn Vorgelesen bekommt doch eigentlich jeder gerne. Das weiß auch die Stiftung Lesen, die über Bibliotheken eine „Lesetasche“ für Dreijährige verschenkt, auch in der Freiberger Bibliothek ist diese erhältlich.
Vorlesen und Erzählen sind ein wichtiger Baustein in der kindlichen Bildung, denn es unterstützt beim Sprechen lernen, schafft Nähe, regt die Fantasie an, macht schlau und kreativ und vor allem: Vorlesen macht einfach ganz viel Spaß!
Damit möglichst viele Kinder mit diesen Vorteilen in Kontakt kommen, konzentriert sich die Freiberger Bibliothek seit 2021 auf die Kooperation mit Schulen und Kindergärten; denn hier erreicht sie alle Kinder gut, auch die, die sonst nicht in die Bibliothek kommen. In der Regel kommt jeder Kindergarten und jede Grundschulklasse einmal im Jahr in die Bibliothek, und Vorlesen ist hier wichtiger Teil des Programms. In der Regel wird das Vorlesen dabei mit Bildern verknüpft, dies entweder über das Bilderbuch selbst, über ein Bilderbuchkino, über Onilo oder dem japanischen Buchtheater Kamishibai.
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Vorlesen in der Bibliothek gibt es weiterhin, dank den Lesepaten, die nun bereits seit 20 Jahren jeden Samstag von 11 Uhr bis 11.30 Uhr in der Bibliothek für Kinder von 4 bis 7 Jahren ehrenamtlich vorlesen. Im März 2026 findet eine besondere Aktion der Lesepaten statt. Jeden Samstag wird sogar eine ganze Stunde vorgelesen: Von 11 bis 12 Uhr. Einfach vorbeischauen!

4000 Bilderbücher warten darauf vorgelesen zu werden, mehr als die Hälfte ist ausgeliehen. ————–
Wichtigster Vorlesepartner für Kinder jedoch ist die Familie, über die Eltern oder Großeltern, gemütlich abends auf dem Sofa oder direkt vor dem Einschlafen. Hier bietet die Freiberger Bibliothek umfangreiches Lesematerial an: Es gibt 4000 Bilderbücher zu allen möglichen Themen, lustige und spannende Geschichten, lehrreiche und fantasievolle, für jeden Geschmack ist etwas dabei. 2025 wurden etwa 30.000 mal Bilderbücher ausgeliehen in der Stadtbibliothek Freiberg a.N. und der Trend geht weiter nach oben. Wer heute vorgelesen bekommt, der liest morgen selbst und entdeckt die Welt vielfältig durch Geschichten.
Rückblick 6: Neben den Bilderbüchern zum Vorlesen ist „Erstes Lesen“ eine der wichtigsten Buchgruppen in der Freiberger Bibliothek. Etwa 1.700 Buchtitel gibt es mittlerweile auf sechs Regalmetern auszuleihen, aber mehr als die Hälfte ist unterwegs, zuhause in den Familien. Die Nachfrage ist groß, im Jahr 2025 wurden 13.400 Erstleserbücher aus der Stadtbibliothek ausgeliehen. Denn Lesen können ist eine Fähigkeit, die als Kernkompetenz anerkannt wichtig ist. Wer lesen kann, hat Zugang zu Wissen, Informationen und Geschichten, kann mathematische Textaufgaben entziffern und Schilder beim Einkaufen, kann sich in Schule, Ausbildung und Beruf orientieren.
In den 1980ern gab es kaum extra Bücher zum Lesenlernen auf dem Buchmarkt, der Übergang vom Bilderbuch zum Geschichtenbuch fiel vielen Kindern sehr schwer. Peter Conrady entwarf 1987 ein Konzept, um diesen Übergang zu erleichtern, die Verlage nahmen das Konzept auf und mittlerweile hat fast jeder Kinderbuchverlag zahlreiche „Erstleser-Bücher“ im Programm. Die Titelvielfalt stieg seitdem rapide an. Diesen wichtigen Trend ist die Freiberger Stadtbibliothek von Anfang an gefolgt; in den ersten Jahren wurde jeder neu erschienene Titel zum Lesenlernen angeschafft und den Erstlesern nahegebracht. Es gab zahlreiche Kurse der Bibliothek, wie man sein Kind beim Lesenlernen aktiv unterstützen kann.

Gut genutzte Regalmeter für die Bildung – Leseförderung pur
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Mit verschiedenen Schwierigkeitsgraden sind die Erstlesebücher auf jedes Stadium des Lesenlernens der ersten und zweiten Klasse abgestimmt. In den einfachsten Büchern gibt es zunächst wenige Worte, dann kurze Sätze und einfache Geschichten; eine besondere Wortwahl und Schriftgröße erleichtern das Lesenlernen. Teilweise werden Worte durch Bilder ersetzt. Es gibt Silbengeschichten (man spricht ja schließlich in Silben) oder Bücher mit reiner Großdruckschrift und welche, bei denen Rätsel gelöst werden können. Mit diesen Büchern lernen Kinder gerne lesen; es gibt spannende Geschichten, in denen Helden wie du und ich, aber auch Piraten, Gespenster, Feen und Detektive vorkommen.
In fünf Stufen aufgebaut ist die Reihe „Lesestart mit Eberhart“, mit Silbenlesetechnik: Von ganz einfach bis zu einer kleinen fortlaufenden Geschichte. Einer der beliebtesten Buchtitel zum Lesenlernen sind die „Olchis“, die als grüne Müllmonster am liebsten bei Kläranlagen leben. Frische Waldluft: Igitt! Olchis können Coladosen zerbeißen und trinken gerne Altöl. Sie haben Haare, die so hart sind, dass man sie nicht mit der Schere schneiden kann, sondern eine Feile braucht. Die Olchis können Ameisen husten hören und ihr Atem lässt Fliegen ohnmächtig abstürzen. Ganz klar: Kinder lieben die Olchis!

Lesenlernen mit Eberhart und Olchis
Rückblick 7: Unter einem Corporate Design (CD) versteht man ein einheitliches visuelles Erscheinungsbild eines Betriebs, da durch bestimmte Gestaltungsgrundlinien, z.B. Logo, Farben, Bildsprache einen hohen Wiedererkennungseffekt schafft.
Das CD der Freiberger Bibliothek entstand stufenweise. In den Anfangsjahren war die Bibliothek 70er Jahre-bunt: Grüne und gelbe Wände, blaue Türen, orangene Theke, rote und gelbe Regale. Da dieses bunte Farbmuster nach den 70gern als zu unruhig empfunden wurde, reduzierte man in der Bibliothek nach und nach die Farben grün und orange, bis die Elementarfarben gelb, blau und rot übrig blieben.
Daraus entwickelte ein Freiberger Künstler, Patrick Walter, das heute noch verwendete Logo der Bibliothek mit geometrischen Mustern in diesen Farben. Auch das „Bücherkind“, gezeichnet von der Freibergerin Claudia Layer-Siewert wurde schnell Teil des CD. Beide entstanden anlässlich eines Wettbewerbs zur 25-Jahr-Feier: „Werbung für die Bibliothek“, bei dem übrigens auch die erste Website der Bibliothek von Christian Doppler und Henrik Hezel programmiert wurde und seitdem aktiv ist.

Logo und Bücherkind auf dem Bibliotheksausweis
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Ein weiteres Thema sind „Bücherraben“, die sich in den Regalen der Bibliothek verstecken und auch in den „Rabenbänken“ verarbeitet sind. Auch diese wurden von Patrick Walter gestaltet.

Rabenbänke, gestaltet und hergestellt von Patrick Walter, einem
ehemaligen Schüler der OPS und Bibliothekskunden.
Rückblick 8: Seit 2019 ist die Freiberger Bibliothek im Verbund der Onleihe-Bibliotheken im Landkreis Ludwigsburg. Hier werden etwa 40 000 Medien angeboten, auf die Kunden aller teilnehmenden Bibliotheken zugreifen können. Es gibt eBooks und eAudios für Kinder, Jugendliche und Erwachsene und eMagazine und ePaper zum Ausleihen.
Einfach digital, während Corona, 2020, war das praktisch, da die Ausleihe vor Ort sehr schwierig zugänglich geworden war. Es gibt auch weitere Vorteile der Ausleihe von digitalen Medien: Man kann auf dem jeweiligen Gerät, z.B. Laptop, Handy, PC, Tablet, eReader, die Schriftgröße auswählen. Wer also etwas schlechter sieht oder generell gern in großer Schrift liest, kann sich hier alles größer anzeigen lassen. Man kann zeit- und ortsunabhängig ausleihen. Wenn im Urlaub der Lesestoff ausgeht, einfach neues Buch runterladen, auch wenn es gerade Sonntag ist oder mitten in der Nacht. Außerdem wiegen zehn Bücher auf dem eReader oder Handy deutlich weniger wie haptische Bücher.
Ersetzt also die digitale Ausleihe nach und nach die haptischen Medien? Schaut man nach US-Amerika, wo alles etwa zehn Jahre vorher begann: Die Ausleihe der digitalen Medien pendelte sich bei etwa 10 Prozent ein, bevorzugt wird häufig doch das „echte“ Buch. Meistens wird beides parallel verwendet. So lesen viele Freiberger Bibliotheksbesucher digital und haptisch, es kommt oft auf das Medium selbst an. Ein Bilderbuch gemeinsam gemütlich zu Hause auf dem Sofa anschauen, oder vor dem Einschlafen ist eben doch etwas anderes, als das gleiche Buch auf dem Bildschirm anzuschauen. Das Umblättern der Seiten, der Geruch des Papiers, ein Buch zählt zum Kulturgut, das erfahren werden will.
Wer kann die Onleihe nutzen und wie? Alle Bibliotheksnutzer, die einen Ausweis und Zugang zum Internet haben, ohne extra Kosten. Auf der Website der Freiberger Bibliothek findet sich der Link zur Onleihe, man kann auch die App herunterladen. Medien suchen und dann mit der Nummer des Bibliotheksausweises und dem selbst eingestellten Passwort diese Medien ausleihen. Die Rückgabe erfolgt automatisch, sobald die Leihfrist abgelaufen ist. Die gleichen Bedingungen gelten für „Overdrive“, eine Plattform für englische Medien. Einfach einmal ausprobieren!
Rückblick 9: Halbzeit-Renovierung: Pünktlich zum 25jährigen Bestehen der Stadtbibliothek gab es eine grundlegende Renovierung. Die massiven gelben Regalquader wichen den jetzigen blauen Metallkonstruktionen auf Rädern, die flexibel verschoben werden konnten. Praktisch auch für die größeren Veranstaltungen, die in der Bibliothek stattfanden, wie zum Beispiel Vorträge zusammen mit der Volkshochschule oder Kindertheater. Auch der Teppichboden wurde komplett erneuert in freundlichem Blau. Nach nur zehn Tagen war die Bibliothek bereits geöffnet. Dies lag an der damals günstigen Logistik, dass man die neuen Regale in den Ferien einfach gefüllt in die Oscar-Paret-Schule schieben konnte und dem respektablen Einsatz der Bauhofmitarbeiter und des Bibliotheksteams.

Zum 25. Jubiläum wurde renoviert:
Vorher: alter Teppichboden, die letzte grüne Wand, Regale als undurchsichtige Klotzform

Nach 25 Jahren wurden gründlich renoviert: Der Teppichboden hat etwas mitgemacht in 25 Jahren …
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Zum 25. Jubiläum: Neue Stühle und Tische, neuer blauer Teppichboden
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Renovierung zum 25. Jubliläum: neuer blauer Teppichboden
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Renovierung zum 25. Jubiläum: Blauer Teppichboden, filigrane Regale auf Rollen,
um flexibel Platz zu schaffen; durchsichtig, damit man sieht, was dahinter stattfindet.
Auch das Leitsystem wurde angepasst. Über jedem Regal wurde ein Schild angebracht, das anzeigt, was in diesem Regal an Medien untergebracht ist. Dies half den Bibliotheksbesuchern gut, sich in der Bibliothek noch besser zurechtzufinden.
Rückblick 10
In den ersten zwanzig Jahren gab es große Pflanzkästen in der Bibliothek, manche Stellen erinnerten an einen kleinen Dschungel. Doch sie erforderten viel Pflege und nahmen Platz weg, der mit der Zeit für mehr Bilderbuchtröge freigemacht wurde. Dennoch muss die Bibliothek dankbarerweise nicht auf etwas Natur in der Bibliothek verzichten.
Vor fast 7 Jahren begann die Freibergerin Brigitte Friedrich-Wittig, die Bibliothek mit einem wöchentlichen Ikebana-Blumengruß zu bereichern. Die engagierte Ikebana-Meisterin der Stuttgarter Schule arrangiert die kleinen lebendigen Kunstwerke, die dann in speziellen Schalen den Besuchern der Bibliothek präsentiert werden. Die Arrangements übernimmt die Künstlerin ehrenamtlich, auch die Pflanzen und Schalen werden von der Künstlerin gestellt. Dankeschön!

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Die einzelnen Blüten werden in Verbindung mit Gräsern und Zweigen in ihrer Schönheit zur Geltung gebracht. Die Arrangements spiegeln auch die jeweiligen Jahreszeiten, im Moment den Aufbruch des Frühlings.
Wer selbst Ikebana lernen will, Brigitte Friedrich-Wittig gibt Kurse über Bürger-für-Bürger, alle ungerade Wochen Donnerstags von 1012 im Bürgertreff, Marktplatz 14; einfach über frie-wi@web.de weitere Informationen erhalten.
Rückblick 11
Man braucht und benutzt so allerhand, das man nicht immer gleich besitzen will. Der Bücherverleih über Bibliotheken ist hier seit Jahrhunderten ein Erfolgsmodell. Erweitert auf CDs, DVDs, Gesellschaftsspiele oder Zeitschriften wurde die Medienpalette bereits seit Jahrzehnten. Relativ neu im Angebot von Bibliotheken sind „Dinge“, die man nur ab und zu braucht, die zu Hause zu viel Platz wegnehmen, die man gerne einmal ausprobieren möchte oder die für die Einzelanschaffung einfach zu teuer sind. Dazu gehören zum Beispiel Lern-Spiele, Roboter und Dinge für die Freizeitgestaltung. Gemeinsame Nutzung von Dingen setzt auf Nachhaltigkeit, Chancengleichheit und Ressourcenschonung.
Schon seit einigen Jahren gibt es in der Freiberger Bibliothek Dinge zum Entleihen, schon früh zum Beispiel Tiptoi-Globen oder Tonies. Mit dem Förderprogramm Wissenswandel 2021 hielten Lernroboter Einzug in die Bibliothek: die Ozobot Bit und Evo, der Sphero Bolt, der Intelino SMART TRAIN, Roboter Dash oder Sammy, das Programmierset. Ozobots und Bluebots sind als Klassensatz in den Freiberger Grundschulen unterwegs.

Ausgebaut wurde die „Bibliothek der Dinge“ dann 2022, hier ein paar Beispiele: Nebelmaschine und Discokugel für die Party zu Hause, das Ortungsgerät MultiFinder, das Stromleitungen in den Wänden auffinden kann; das Balance Board Deluxe oder der Fitnessreifen fürs effektive Körpertraining; Nachtsichtgerät; Diascanner; Sofortbild-Drucker, VR-Brille, Schüler-LCD-Mikroskop oder Zimmer-Planetarium. Boomwhackers, gestimmte Percussionsröhren machen Musik spielend einfach mit Trommeln. Sportlich und geschickt geht es zu beim WeyKick oder Flipkick, den Jongliersets zum Ausprobieren, dem Soft-Bowling-Set oder mit dem „Großen Turm“.

Mit dem Inhalt von zwei Bastelkisten: Buntstifte, Motivstanzer, Scheren und Klebestifte kann man Kindergeburtstage kreativ gestalten, und mit „EDURINO“ sind digitale Lernspiele im Angebot, die durch Figuren in verschiedenen Lernwelten Kindern dabei helfen, spielerisch Grundkompetenzen zu erlernen. Der Magnet-Bausatz GEOMAG ermöglicht 3D-Konstruktionen, die allein von Magnetkräften zusammengehalten werden, in Form des Mechanic Motion in Verbindung mit mechanischen Konstruktionen. Neu zur Ausleihe: GRAVI-TRAX.

Diese vielfältigen „Dinge“ können mit einem gültigen Ausweis für vier Wochen entliehen und verlängert werden. Das Mindestalter für die Ausleihe mancher Dinge ist 18 Jahre. Einfach einmal ausprobieren.
Rückblick 12
Bibliothek und Bücher, das sind zwei Begriffe, die untrennbar miteinander verbunden sind. Dies gilt auch für Bibliothek und Informationen. Diese erhält man dort entweder direkt aus den Büchern und anderen Medien wie zum Beispiel Zeitschriften, DVDs oder über das Angebot der Onleihe.
Eine Besonderheit ist eine sogenannte „Infothek“, in der Bibliotheken Broschüren zu verschiedenen Themen, Veranstaltungsangebote der Umgebung und xxx bewerben. In Freiberg a.N. fanden sich hier vor allem Infobroschüren zu den Hauptzielgruppen der Kinder und Familien aber auch zu dem, was in Freiberg am Neckar angeboten wird. Ein großer Teil der Infothek konnte abgebaut werden, weil manche Funktionen vom Internetseiten übernommen wurden, so zum Beispiel aktuelle Informationen zu Gesundheit, Familie und Rechtsfragen. Auch den Veranstaltungskalender der Stadtbibliothek gibt es schon seit Jahren nicht mehr, diese Informationen erhält man nun aus den Freiberger Nachrichten und der Website der Stadtbibliothek. Dies spart Zeit, Platz und Geld; Ressourcen, die für den bestehenden Service eingesetzt wurden: Ein gut aktuelles Medienangebot und ein ausgebautes Spiralcurriculum für die Zusammenarbeit mit den Freiberger Kindergärten und Grundschulen.
Dennoch gibt es noch eine kleine Infothek in der Stadtbibliothek Freiberg a.N.: Hier finden sich vor allem Flyer zu Veranstaltungen aus Freiberg und Umgebung, zu den vier definierten/erprobten (anderes Wort) Wanderwegen innerhalb der Stadt und zu den Angeboten von Bürger für Bürger. Diese finden sich in der Nähe des Service-Points.

Frühere Infothek
Rückblick 13:
10 Jahre Kleinkunstwettbewerb SHOWTIME: 1997-2007
Im Jahr 2000 fand SHOWTIME bereits das fünfte Mal statt. Dieser unter der Schirmherrschaft der Stadtbibliothek Freiberg ehrenamtlich organisierte Kleinkunstwettbewerb für Kinder, Jugendliche und Erwachsene fand insgesamt zehn Mal statt und zog zahlreiche Zuschauer an. Gleichzeitig gab es das große Kinder- und Jugendfest gleich nebenan auf der großen Wiese hinter der Oscar-Paret-Schule, was für günstige Synergie-Effekte sorgte. Zu gewinnen gab es damals neben Bühnenerfahrung Pokale für alle Altersgruppen und erste Presseberichte. Manche Künstler wurden oder waren bereits deutschlandweit bekannt, so zum Beispiel Axel S., ein Diabolo-Künstler aus Wiesbaden.
Es gab Auftritte in allen Kleinkunst-Bereichen: Comedy, Zauberkunst, Tanz und Gesang, Jonglage oder Feuerkunst. Durch das Programm führten die Bibliotheksleiterin Andrea Wehr und der größte (197 cm) Zauberer Süddeutschlands, Herbert Wurst. Finanziell unterstützt wurde Showtime damals durch die Buchhandlung Jörg Riedel.

Gewinner im Jahr 2000
Rückblick 14:
Alle Jahre wieder, seit Eröffnung der Stadtbibliothek vor 50 Jahren, gab es mehrfach im Jahr den „Taschengeldflohmarkt“ in der Bibliothek, bei gutem Wetter auch mal vor der Tür. Über zehn Jahre hat dieser zusätzlich am Bürgerfestsonntag stattgefunden; beim Kinderfest auf der großen Wiese, dort, wo die neue Oscar-Paret-Schule neu gebaut wurde. Seit Corona hat kein Bibliotheks-Taschengeldflohmarkt stattgefunden, aber anlässlich der 50 Jahre Stadtbibliothek Freiberg a.N. soll dieses Bürgerfest wieder einer angeboten werden.
Meist wird Kisten- und Säckeweise Spielsachen, Bücher und andere Schätze des Kinderzimmers hereingetragen und aufgebaut. Und dann geht das Handeln los. Oder das Tauschen, denn die Nachbarstände haben oft genau das, was man sich schon immer gewünscht hat und nun zum Taschengeldpreis einkaufen kann. Hinterher sind die meisten Kinder und Jugendlichen meist sehr zufrieden und haben gute Einnahmen und deutlich leichtere Kisten. Es hieß jedes Mal: Wir kommen wieder, zum nächsten Taschengeldflohmarkt.
Dieser findet jetzt statt am:
Sonntag, 19. Juli 2026, 13.30 bis 16.30 Uhr
Taschengeldflohmarkt beim „Bunten Kinderprogramm“ am Bürgerfestsonntag
Beim Flohmarkt können Kinder und Jugendliche alles verkaufen, was in ihrem Zimmer keinen Platz mehr hat: Spielsachen, Bücher, Spielkonsolen und -spiele, Comics, Musikinstrumente, Spiele, Filme, Hörbücher, und was sonst nicht mehr gebraucht wird.
Pro Stand stehen etwa 3 laufende Meter zur Verfügung. Achtung: Für Tisch, Stuhl und Sonnenschutz bitte selbst sorgen. Die Plätze sind zwar leicht durch kleine Bäume beschattet, aber dieser wird im Laufe des Nachmittags wandern …
Bitte beachten: die Standplätze können wahrscheinlich nur zu Fuß erreicht werden. Das Befahren des Geländes ist nicht möglich. Einfach Decke, Klappstuhl, Leiterwagen und ähnliches verwenden
Keine kommerziellen Stände zugelassen.
Standkarten zu 3 Euro sind ab Dienstag, 2. Juni 2015 über die Bibliothek erhältlich, Telefon 07141/278-291
Untertitel zu Fotos
Taschengeldflohmarkt in der Bibliothek 2001
Taschengeldflohmarkt in der Bibliothek in den 80ern
Taschengeldflohmarkt beim Kinder- und Jugendfest
Rückblick 15:
Interaktivität mit Medien hat mit „Tiptoi“ eine neue Dimension erhalten: Im Jahr 2012 brachte der Ravensburger Verlag interaktive Bücher, Spiele und Puzzle auf den Markt. Das funktioniert so: Ein Lesestift mit Infrarot-Scanner liest winzige gedruckte Punktmuster auf dem Papier und gibt daraufhin Audiodateien wieder. Mit dieser Technik werden Texte aus Büchern vorgelesen, Rätsel gestellt oder durch ein Spiel geführt. Auch die Spielanleitungen werden akustisch wiedergegeben. So erreicht dieses Medium auch Kinder, die noch nicht selbst lesen können, gut mit Informationen und Handlungsanleitungen. Die Freiberger Bibliothek nahm Tiptoi in ihr Programm auf und es entwickelte sich schnell zu einem Ausleihrenner. Anfangs konnte man auch den Stift ausleihen, aber bald hatten sehr viele Familien selbst einen zu Hause und die Bibliothek konnte sich auf die Medien selbst konzentrieren.
Schon im gleichen Jahr legte eine verlagsübergreifende Firma den „Ting-Stift“ nach, für den es auch Medien für Erwachsene gab, z.B. Bildwörterbücher zum Deutschlernen. Ting wurde 2023 aufgelöst. Den „Bookii-Hörstift“ vom Tessloff-Verlag gibt es seit 2018. Ein Testangebot wurde in der Bibliothek nur mäßig angenommen und wieder eingestellt.
Die Konzentration auf „Tiptoi“ war zielführend, weil das Angebot gut zur Hauptzielgruppe der Kinder passte und das Programm ständig erweitert wurde. So können seit vielen Jahren auch Tiptoi-Globen ausgeliehen werden, mit denen man spielerisch die Welt entdecken kann.
Tiptoi wird so gut ausgeliehen, dass es von allen erhältlichen Titeln Mehrfachexemplare gibt, sie sind einer der Ausleihrenner der Bibliothek. Aktuell gibt es etwa 650 Tiptoi-Medien im Bestand, etwa 2/3 davon sind in der Regel ausgeliehen.
Rückblick 16:
Die „Literatur“-Abende in der Stadtbücherei haben eine lange Tradition. Bereits 1982 fanden die ersten „Buchdiskussions“-Abende statt. In den Freiberger Nachrichten waren sie angekündigt wie folgt: „Wir sind ein Kreis von 8-15 Frauen aller Altersgruppen, mitunter auch Männer, die sich regelmäßig an einem Mittwoch im Monat treffen, um Meinungen über ein bestimmtes Buch auszutauschen …“.
Zehn Jahre später, 1992, wurden die Buchdiskussions-Abende vom „Literaturkreis“ abgelöst. Die Leitung übernahm die Literaturwissenschaftlerin Gabriele Pennekamp, jeweils Montags abends. Als fester Name etablierte sich bald „Literaturkreis unter der Leitung von Gabriele Pennekamp“. Die freundliche, ausgezeichnete und fundierte Gesprächsführung der studierten Germanistin zieht nach wie vor viele Literaturinteressierte in die Freiberger Bibliothek.
Die Literaturabende im zweiten Semester 2026 stehen, passend zum Jubiläum der Bibliothek unter dem Thema Buch und Intertextualität.
Stimmen zwischen den Zeilen Intertextualität im Roman
Literatur ist ein Gespräch über Zeiten, Grenzen und Stimmen hinweg. In unserer neuen Reihe Stimmen zwischen den Zeilen widmen wir uns Romanen, die bewusst mit anderen Texten, Traditionen und kulturellen Referenzen spielen.
Im Zentrum stehen Werke wie Die Bücherdiebin von Markus Zusak oder Fahrenheit 451 von Ray Bradbury, die auf eindrucksvolle Weise zeigen, wie Geschichten durch andere Geschichten geprägt werden. Ob erzählende Perspektiven, historische Bezüge oder literarische Motive diese Texte eröffnen neue Lesarten durch ihr dichtes Netz an Verweisen.
Die Reihe lädt dazu ein, intertextuelle Bezüge zu entdecken, zu analysieren und kreativ weiterzudenken. Im Fokus stehen Fragen wie: Welche Wirkung entsteht durch das bewusste Zitieren, Umdeuten oder Brechen literarischer Traditionen? Wie greifen Romane auf bestehende Texte, Mythen oder historische Diskurse zurück? Wie verändert intertextuelles Schreiben unsere Rolle als LeserInnen?
14. 9. Markus Zusak: Die Bücherdiebin
12. 10. Patrick Süskind: Das Parfüm
9. 11. Ray Bradbury: Fahrenheit 451
7. 12. Carlos Maria Domingues Das Papierhaus
Rückblick 17:
Dauerrenner Gesellschaftsspiele: Im digitalen Zeitalter müsste man ja meinen, dass Gesellschaftsspiele überholt sind. Mit der Familie „Mau Mau“ spielen oder ein Schachspiel unter Freunden, beim „Mäxchen“ das Pokerface aufsetzen oder lange Stunden beim Strategiespiel verbringen … Passé? Altmodisch? Von wegen! Tatsächlich boomt das traditionelle Spielen, jedes Jahr kommen allein in Deutschland eine Vielzahl neuer Spiele auf den Markt, und in Spieltreffs lernt man Spiele und andere Menschen kennen. Es gibt Spielemessen, es werden jährlich Preise für das Spiel des Jahres, das beste Kinderspiel und das Kennerspiel vergeben.
Was ist das Geheimnis? Das gemeinsame Spielen am Tisch verbindet Generationen, Kinder lernen Regeln und soziales Miteinander, viele Spiele trainieren das Gedächtnis, die Reflexe oder die Bauchmuskeln beim Lachen. Und Spielen ist etwas, das man life zusammen machen kann. Spätestens seit Corona wurde die Wichtigkeit des gemeinsamen Erlebens wieder neu bewusst.
Die Stadtbibliothek Freiberg bietet Spiele für alle Altersgruppen an. Die etwa 1.000 Gesellschaftsspiele erzielen zahlreiche Ausleihen, jedes wird im Durchschnitt 8mal pro Jahr ausgeliehen. Neben Spieleklassikern und Strategiespielen gibt’s es für Kinder zudem TipToi- und Lernspiele sowie Puzzle und Memory. Die Bibliothek hat die meisten „Spiele des Jahres“ im Bestand. Diese Spiele sind, wie alle anderen Spiele unserer Bibliothek, vier Wochen ausleihbar und können verlängert werden. Die Bibliothek bietet Ihnen außerdem den Service, dass alle Spiele vor der Ausleihe gezählt werden. Dies wird durch eine ehrenamtlich tätige Kraft ermöglicht. Somit können Sie sicher gehen, immer ein vollständiges Spiel zu erhalten.
Der nächste Spieltreff in der Bibliothek findet am Samstag, 27. Juni, 17-20 Uhr statt. Kinder bis 12 Jahren bringen bitte Eltern mit. Und als Ausblick, save the day: Am Samstag, 12. September, findet von 14.30-17.00 Uhr ein Uno- und Skyjo-Turnier statt. Näheres folgt in den nächsten Freiberger Nachrichten.
Rückblick 18:
Im Laufe der Jahre hat die Freiberger Bibliothek zahlreiche Preise, Auszeichnungen und Förderungen erhalten. Drei davon werden hier vorgestellt. So hat sie zum Beispiel im bundesdeutschen Bibliotheksvergleich BIX, der von 1999 bis 2011 durchgeführt wurde, gleich sechs Mal als beste Bibliothek ihrer Größenordnung (10- 30.000 Einwohner) „Gold“ in allen vier Auswertungs-Kategorien gewonnen.

Im Jahr 2001 war die Stadtbibliothek Sieger beim Wettbewerb „Internet für alle“ der Landesinitiative Baden-Württemberg Medi@ für kommunale und regionale Internet-Projekte. Angesprochen waren alle Kommunen und Landkreise und ihre Einrichtungen wie zum Beispiel Volkshochschulen, Bibliotheken oder Museen. Die Stadtbibliothek gewann mit ihrem Konzept „Bibliotheken als Webportale“ damals als einzige Bibliothek einen der 20 mit jeweils 25.000 DM ausgeschriebenen Förderpreise. Im durchgeführten Projekt fanden unter anderem etwa 200 Kurse in Kleingruppen statt, mit denen sowohl Basics wie der Umgang mit der Maus bis hin zu speziellen Internet-/HTML-Kenntnissen vermittelt wurden. Die Kurse fanden am ebenfalls vom Fördergeld angeschafften Internet-Point mit sieben Rechnern statt. Die geringe Teilnehmergröße der Kurse und der bekannte Ort der Bibliothek baute Hemmschwellen ab und brachte nach Rückmeldungen über Fragebögen eine umfangreiche Förderung zustande. Parallel wurde über Jahre auch ein Internet-Café und „Betreutes Surfen“ zu bestimmten Zeiten angeboten. Als der Bedarf nach etlichen Jahren gesättigt schien, wurden die Angebote runtergefahren, doch auch heute noch gibt es einen öffentlichen Internetzugang in der Freiberger Bibliothek, der gut genutzt wird.
Mit „WissensWandel“ hatte der Deutsche Bibliotheksverband 2021 ein millionenschweres Förderprogramm auf den Weg gebracht, das die Digitalisierung in Bibliotheken und Archiven voranbringen sollte. Auch die Stadtbibliothek Freiberg a.N. konnte mit ihrem Konzept „Upgrade! So geht Bibliothek heute“ überzeugen und bekam Fördergelder in Höhe von 30.590 Euro zur Verfügung gestellt.
In der Umsetzung des Projektes wurde vor allem die Kooperation mit den Grundschulen und Kindergärten auf eine neue, zeitgemäße Ebene gestellt. Ziel war es, im Sinne der Chancengleichheit alle Freiberger Kinder schon ab dem Kindergartenalter mindestens einmal im Jahr mit altersgerechten Angeboten unterstützten, dies nun neu auch im digitalen Bereich. Je nach Klassenstufe gibt es heute Präsentationen am digitalen Flipchart, Action-Bound-Rallyes mit den neu angeschafften iPads, digitales Bilderbuchkino und mehr. Auch die digitalen Medien der Onleihe wurden im Kinderbereich etwa verdoppelt.
Ein weiteres Beispiel für die Veränderungen durch WissensWandel in der Freiberger Bibliothek: Noch ist der „MakerSpace“ mit den entleihbaren Robotik-Boxen für Kinder ein Ausleihrenner. Jede Box bietet neben einem Lernroboter auch die notwendige Einstiegshilfe ins Coding. Die Steuerung der Roboter erfolgt je nach Box über analoge Farbcodes oder per App, so dass die Kinder auch tatsächliche Programmierbefehle kennenlernen. Als Klassensatz für die Ausleihe an Grundschulklassen wurden Ozobot-Roboter samt umfangreichem Unterrichtsmaterial und BlueBots angeschafft.




